Die Sakramente der katholischen Kirche

Zitat: „Bonn ‐ Die Sakramente sind die wichtigsten Feiern der Kirche. Sie bringen uns Gott ganz nahe, jedes auf seine Weise. Aber warum lassen wir uns zum Beispiel taufen oder empfangen die Firmung? Katholisch.de erklärt die sieben Sakramente in leicht verständlicher Sprache.“

Zitat: „In der Kirche gibt es besondere Zeichen, durch die wir uns Gott ganz nahe fühlen. Sie sollen uns zeigen, dass Gott unser ganzes Leben begleitet: wenn wir geboren werden oder wenn wir heiraten, aber auch wenn wir krank sind oder sterben. Wir nennen diese Zeichen „Sakramente“. Davon gibt es sieben Stück: Taufe, Eucharistie, Firmung, Ehe, Buße, Weihe und Krankensalbung.“

von Edda Görnert
Quelle: https://www.katholisch.de/artikel/18448-die-sieben-sakramente-fuer-kinder-erklaert

Die Inhalte dieses Artikels sind dem Buch „Katholisch A-Z. Das Handlexikon“ von Manfred Becker-Huberti und Ulrich Lota entnommen.
Quelle: https://www.katholisch.de/artikel/9296-sakramente

Was sind Sakramente und welche Bedeutung haben sie?
Zu diesem Thema hatte wir unseren Pfarrer eingeladen. Ich gebe hier seine Ausführungen sinngemäß wieder.
Der tiefere Sinn von Sakramenten besteht darin, dass Gott uns Menschen liebt und deshalb immer wieder seinen Bund mit uns erneuern möchte. Denn wir sind von Geburt an mit Sünde behaftet. Diese Sünde nennt die katholische Kirche Erbsünde. Sie gibt es seit dem Sündenfall von Adam und Eva.
Sünde bedeutet dabei im Sprachgebrauch: Sund, Vertiefung, vergleichbar mit einem Graben, der uns von Gott trennt. Gott möchte für uns Brücken über diesen Graben bauen.
Dazu ein Beispiel. Eine Uhr läuft nicht unendlich lange, wenn sie einmal in Gange gebracht wurde. Ein Uhrmacher muss sie einer Wartung unterziehen und damit sie wieder reibungslos läuft.
Auch unser Leben läuft nicht reibungslos wenn es einmal angestoßen wird durch den Schöpfer. Von Zeit zu Zeit treten Störungen auf, die gewartet und repariert werden müssen. Gott tut das durch Bündnisse. Die Sakramente sind solche Bündnisse.
Diese Brücken sind die Bündnisse Gottes mit den Menschen, die uns schon aus dem AT bekannt sind.
Bündnisse sind immer etwas ganz Kronketes. Gott hat das Volk Israel auserwählt und ein ganz bestimmtes Land für sein Volk bestimmt.
Dieses Konkrete ist auch immer ein Anstoß. Anstoß in dem Sinne, dass Menschen Gottes konkrete Angebote missachten, ja sich davon sogar beleidigt fühlen. Als Folge dieser Missstimmung entstand einmal der Judenhass. Ein weiterer Anstoß dieser Art ist, dass Gott Mensch geworden ist. Wie kann es sein, dass ein Gott Mensch wird. Ablehnung und Hass ist auch hier die Folge.
Dass Gott Mensch wurde ist auch konkret. Er wird Mensch zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort. Dieser „Skandal“ zeigte sich zum Beispiel als Jesus in seine Heimatstadt Nazareth zurückkehrte und sich dort als der Menschensohn bezeichnete. Man wollte ihn dafür sogar töten. Denn wie kann der Sohn des bekannten Zimmermanns Josefs und der Frau Maria Gott sein? Das wollten die „Würdenträger“ dort nicht begreifen.

Doch gibt es nicht wirklich einen Widerspruch zwischen Gott und Mensch?
Wir Christen glauben, dass Gott Mensch geworden ist. Gott hat bei der Schöpfung den Menschen als sein Ebenbild geschaffen. Als Mensch hat er sich den Bewohnern offenbart als der Messias. Als Mensch war Gott für die Menschen besser greifbar. Er hat zu den Menschen als Mensch gesprochen und Wunder getan. So fanden viele zum Glauben. Sie konnten ihn leibhaft erleben, ihn hören und sehen.
Als er den Tod besiegte ging er uns voran bei der Himmelfahrt. Und doch wollte er auch bei uns Menschen bleiben. Er tat dies im Raum der Kirche, die seine Braut ist.

Jeder neue Bund, den Gott uns anbietet will gefeiert werden. Diese göttliche Feier ist das Sakrament. Für jedes Sakrament ist es wichtig, dass es konkret ist und in Freiheit empfangen wird. Gott bindet sich aber auch durch Materie an den Menschen.
Das Beispiel der Taufe macht den Charakter eines Sakramentes besonders deutlich. Konkret bedeutet hier, die Befreiung von der Erbsünde. Frei bedeutet die bewusste Entscheidung der Eltern, ihr Kind wahrhaft im Glauben zu erziehen. Es kommt nicht selten vor, dass die Taufe vollzogen wird, um die Großeltern nicht zu enttäuschen oder zu verärgern (Hauptsache erst einmal getauft . . .) Damit wäre die Taufe inhaltlich verfälscht und nicht mehr konkret – frei schon gar nicht mehr. Die Materie ist hier das Taufwasser.

Bei der Ehe geben sich zwei Menschen das Jawort in einer Kirche. Das ist konkret. Sie geben sich das Jawort aus freiem Willen und stecken sich gegenseitig den Ring an.

Durch die Sakramente bindet sich Gott an das Geschehen. Bindend sind dabei Orte, Freiheit und Materie.
Außerdem setzt die Wirksamkeit eines Sakraments voraus, dass es einen Spender und einen Empfänger gibt. Stellvertretend für Gott kann ein Priester der Spender sein.
Taufe, Weihe und Firmung können nur einmal gespendet oder empfangen werden.
Das Sakrament der Taufe
Mit der Geburt beginnt unser Leben. Aber erst mit der Taufe beginnt unser Leben als Kind Gottes. Sie ist das erste Sakrament und der Täufling wird Christ. Die Regel ist die Kindstaufe. Sie geschieht durch den freien Willen der Eltern und der Taufpaten. Die Eltern als auch die Taufpaten sind durch dieses Sakrament verpflichtet, das Kind im Glauben zu erziehen und es mit dem katholischen Glauben vertraut zu machen. Dabei wird nicht irgendein Wasser, sondern Weihwasser verwendet.
Eucharistie
Bei der Eucharistie empfangen die katholischen Christen den Leib des Herrn. Der oder die Priester, ein Diakon und in Ausnahmefällen auch Gemeindemitglieder (Gründonnerstag) empfangen zusätzlich noch das Blut Christi in Form von Wein.
Wir glauben, dass Jesus immer dann ganz nah bei uns ist, wenn wir die Eucharistie feiern. Er wird durch den Empfang der Hostie ein Teil von uns.
Vor der Eucharistie geschieht die Wandlung. Der Priester spricht stellvertretend für Jesus die Worte und Brot wird zum Leib und der Wein zum Blut von Jesus. Auch Jesus war als Gottes Sohn ein Mensch aus Fleisch und Blut. Wir feiern als nicht nur das Gedächtnis an Jesu Abendmahl sondern seine reale Gegenwart.
Zitat: „Das Wort „Eucharistie“ ist griechisch und bedeutet auf Deutsch „Danksagung“. Die Feier wird auch Kommunion genannt. Das ist lateinisch und heißt so viel wie „Gemeinschaft“. Daher hat die Erstkommunion, zu der die Kinder gehen, ihren Namen. Dann bekommen die Kinder nämlich zum ersten Mal eine Hostie und gehören damit ganz zur Gemeinschaft dazu. An Fronleichnam feiern wir Katholiken übrigens ganz besonders die Eucharistie.
Firmung
Gefirmt werden Katholiken meist als Jugendliche. Dieses Sakrament wird meist in einem besonders feierlichen Gottesdienst durch den Bischof gespendet. Auf der Grundlage der Taufe bekennt sich der Firmling hier selbstverantwortlich und in eigener Entscheidung zum Glauben. Bei diesem Sakrament spielt der Heilige Geist eine besonderen Rolle.
Zitat: „Dann legt der Firmspender die rechte Hand auf den Kopf des Firmlings und zeichnet ihm mit einem besonderen Öl ein Kreuz auf die Stirn. Dabei sagt er: ‚Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist’“.
Wie bei der Taufe soll der Firmling als Unterstützung einen Paten haben, der Firmpate. Er soll den Firmling im Leben begleiten bei der Stärkung seines Glaubens.
Weitere Sakramente sind die Ehe, die Buße, die Weihe und die Krankensalbung.
An dieser Stelle noch ein Wort zum Bußsakrament.
Kein Mensch ist vollkommen. Jeder macht Fehler. Das Abendgebet oder das Schuldbekenntnis zu Beginn jeder Heiligen Messe dienen dazu, kleine Sünden vor Gott zu bekennen. Das Besondere dieses Sakramentes besteht darin, auch für etwas größere Schuld eine Lossprechung zu erhalten. Dies geschieht durch das Aussprechen, also klares Bekennen der Sünden, durch Demut und Reue. Auf dieser Grundlage darf der Priester stellvertretend die Lossprechung erteilen. Es ist sicher nicht ganz leicht, seine Schuld einzugestehen. Aber im Glauben an die Vergebung durch Gott kann das Bußsakrament eine echte innere Befreiung und Stärkung für den Glauben bedeuten

zur PDF – Datei

error: Content is protected !!